Landleben auf Probe

Die Idee

Im südlichsten Deutschland macht sich eine kleine Stadt auf den Weg in die Zukunft. In Tengen sitzt der bis vor kurzem noch jüngste hauptamtliche Bürgermeister Deutschlands im Rathaus. Marian Schreier plant von hier aus  gemeinwohlorientierte Formen des Wirtschaftens, digitale Verwaltung und Open Government auf dem Land – kurzum: Er setzt sich gemeinsam mit Gemeinderat und Bürger:innen ein für eine Zukunft, die eigentlich längst Gegenwart sein sollte.

Ihr könnt ihm und den Menschen in der Region helfen, diesem Ziel näher zu kommen – im Rahmen des Summer of Pioneers in Tengen. Der Clou bei diesem Summer of Pioneers: Als Teilnehmer:innen residiert ihr im mittelalterlichen Schloss Blumenfeld, wo wir auch den Coworking Space einrichten und euch mit dem Schlosscafé die Möglichkeit bieten, neue gastronomische Konzepte zu testen.

Das Projekt

Summer of Pioneers

Wir suchen 20 Kreative und Digitalarbeiter:innen, die das Landleben auf Zeit testen wollen. Menschen also, die für ihre Arbeit nur einen schnellen Internetzugang benötigen und die Natur inspirierender finden, als Hochhausschluchten.

Vom 18.06. bis 31.12.2021 bieten wir euch in Tengen ein Rundum-Sorglos-Paket, bestehend aus einer möblierten Wohnung mit Internet, sowie kostenlosem Zugang zu einem eigens dafür eingerichteten Coworking Space.

Marian Schreier

“Wir haben es in der Hand, ob auch der ländliche Raum von den Chancen der Digitalisierung profitiert. Dafür braucht es neue Angebote, die z.B. Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden. Genau das wollen wir mit dem Summer of Pioneers auf Schloss Blumenfeld ausprobieren.”

Marian Schreier, Bürgermeister Tengen

Hintergrund

Mehrmals in Deutschland

Ein erster Summer of Pioneers fand 2019 und 2020 im brandenburgischen Wittenberge statt und sorgte für große Aufmerksamkeit in Medien und Politik. Das Projekt wurde vom Bundesinnenministerium und der Bundesregierung im Rahmen der Wettbewerbe „Menschen und Erfolge“, sowie „Kultur- und Kreativpiloten“ ausgezeichnet. Selbst die BBC kam zu Besuch. Der als Experiment gestartete Summer of Pioneers ist für die Stadt und die Pioniere ein voller Erfolg. Nach Abschluss des Projekts blieb die Hälfte der Pioniere in Wittenberge. Sie setzen das Projekt nun als „Elblandwerker“ fort, gründeten Agenturen, arbeiten als Selbstständige oder betreiben den selbst gegründeten Kultur- und Begegnungsort “Safari”. Fünf große Förderprogramme bauen auf dem Summer of Pioneers auf und ermöglichen der Stadt nun im großen Umfang den angestoßenen Transformationsprozess zu verstetigen.
Fast zeitgleich zum Summer of Pioneers in Tengen werden auch im hessischen Homberg (Efze) und im südwestfälischen Altena Summer of Pioneers stattfinden.

Pioniere in Wittenberge

Neues Landleben

Warum Tengen?

Wir sind der Überzeugung, dass die wirklich spannenden Zukunftsentwürfe momentan eher in den ländlichen Räumen zu finden sind – vorausgesetzt die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu zählen aufgeschlossene Bürgermeister:innen, eine Willkommenskultur, Gestaltungsmöglichkeiten und eine hohe Lebensqualität. All das und noch viel mehr bietet Tengen.

Tengen im Kreis Konstanz

Der Standort

Tengen liegt im südlichsten Süddeutschland. Die Ortsgrenze ist zugleich die Schweizer Landesgrenze. Das Alpenpanorama lockt bei (fast) jedem Wetter und zahlreiche Premium-Wanderwege laden dazu ein, die Region zu Fuß zu erkunden. Ein besonderes Highlight ist die Mühlbachschlucht mit ihren beeindruckenden Wasserfällen. Nicht umsonst ist Tengen eines der beliebtesten Ausflugsziele im Hegau, einer märchenhaften Vulkanlandschaft am Bodensee.

Tengen selbst ist durch und durch dörflich geprägt, dabei allerdings bestens angebunden an zwei hoch dynamische Regionen mit sehr lebendigen Gründerszenen: Zürich und Konstanz. Vom Nachbarort Singen gelangt man mit dem IC ohne Umsteigen in unter einer Stunde nach Zürich. Nach Konstanz benötigt man vom Nachbarort Engen aus nur eine Dreiviertelstunde mit der Bahn. Nach Engen und Singen führen gut ausgebaute Busverbindungen, aber auch mit dem E-Bike ist man schnell an den umliegenden Bahnhöfen.

Wohnen und Arbeiten an einem Ort

Schloss Blumenfeld

Für den Summer of Pioneers sind wir immer auf der Suche nach besonderen Wohnmöglichkeiten. In Wittenberge wohnten die Teilnehmer:innen in einer ehemaligen Werkssiedlung im Manchester-Backstein-Stil, in Homberg sind die Pioniere in historischen Fachwerkhäusern rund um den mittelalterlichen Markplatz untergebracht und in Tengen residiert ihr eben in einem 500 Jahre alten Schloss. Mit Samt und Seide hat das Schloss Blumenfeld heute allerdings wenig zu tun. Die Anlage wurde zuletzt als Altenheim genutzt, steht nun aber schon mehrere Jahre leer und wartet auf eine neue Nutzung. Damit bietet Schloss Blumenfeld die besten Voraussetzungen für einen Summer of Pioneers. In den einfach ausgestatteten Zimmern mit privatem Bad findet ihr Rückzugsräume, in der Gemeinschaft könnt ihr das gesamte Schloss bespielen und gemeinsam mit der Stadt und den Menschen der Region einen Zukunftsort mit überregionaler Strahlkraft gestalten. Neben dem Coworking Space und dem Schlosscafé, bietet das Schloss auch großzügige Veranstaltungsflächen für Kulturformate, Barcamps und natürlich auch Feiern.

Pro Zimmer zahlt ihr lediglich 150€ im Monat – darin enthalten sind neben der Miete, die Nebenkosten, Internet und die Nutzung des Coworking Spaces.

Wir suchen dich

Bewerbung

Als Teilnehmer:in des Summer of Pioneers profitiert ihr von einem Rundum-Sorglos-Paket. Als Gegenleistung bitten wir euch um eure Kreativität. Zentraler Bestandteil der Bewerbung ist eine Projektidee, die ihr in Tengen für die Menschen vor Ort umsetzen wollt. Das können kulturelle Veranstaltungen, Workshops mit Wissenstransfer oder Nachnutzungsideen für Schloss Blumenfeld sein. Denn die Gemeinde möchte das Schloss dauerhaft als einen Ort für Coliving und Coworking, sowie als Innovationshub etablieren.

Und es gibt zwei weitere Schwerpunkte, für die wir insbesondere nach Impulsen suchen: Tengen hat große Schritte unternommen, um die Verwaltung zu digitalisieren und ist eine Open Government Modellkommune. Auch Methoden aus dem agilen Projektmanagement finden längst Anwendung. Mit eurer Hilfe und in Zusammenarbeit mit weiteren Akteur:innen sollen nun die nächsten Schritte gegangen werden. Im besten Falle entstehen Leuchtturmprojekte für die Verwaltung von morgen. Alle die Lust haben, den öffentlichen Dienst zu modernisieren finden hier eine einmalige Gelegenheit dazu.

Auch einmalig ist die Möglichkeit ohne Kapital und Risiko, ein eigenes Schloßcafé zu betreiben. Gute gastronomische Angebote gehören zur Lebensqualität im ländlichen Raum. Schon vor der Pandemie allerdings standen viele Gastronom:innen in Dörfern und Kleinstädte vor großen Herausforderungen. Mitten in der Krise bieten wir mit dem Schlosscafé nun die Möglichkeit neue Ansätze zu testen und über einen guten Kaffee mit den anderen Pionieren, den Menschen vor Ort und den Besucher:innen ins Gespräch zu kommen.

Bewerbungsschluss ist der 23. April 2021.

Wichtiger HinweisAm 17.04. lädt der Bürgermeister Marian Schreier alle Interessenten ein zu einer Besichtigung von Schloss Blumenfeld. Ihr habt an dem Tag die Gelegenheit, die anderen Bewerber:innen und den Ort kennenzulernen. Wer sich bis zum 10.04. bewirbt, erhält eine Mail mit Details zum „Schnupper-Tag“.